Lichtobjekte bei der SonnenSchule, SPZ - ASO Amstetten
(2002)


Irene Hohenbüchler (*1964)
Christine Hohenbüchler (*1964)

Auch das zweite Projekt, das Irene und Christine Hohenbüchler für Niederösterreich realisierten, war für eine Schule bestimmt. Hatten sie 1998 in Pulkau mit Kindern der Volksschule einen Bereich des Schulhauses neu gestaltet, sollte nun in Amstetten für die beiden nebeneinander liegenden Gebäude von Sonderschule und Polytechnischer Schule ein quasi identitätsstiftendes Zeichen gesetzt werden. In der Zusammenarbeit mit Kindern, aber auch mit Psychiatriepatienten bzw. Inhaftierten das kreative Potenzial des Menschen aufzuspüren ist einer der Arbeitsansätze der Hohenbüchlers. Auch die vier Lichtkugeln, die nun die beiden Gebäude verbinden, gehen auf primäre Gestaltungsprinzipien zurück und sind auf Bedürfnisse und Wahrnehmungsweisen der Schüler unterschiedlicher Altersgruppen - von sechs bis fünfzehn Jahren - ausgerichtet. Es handelt sich dabei um vier verschieden große Stahlkugeln mit kreisförmiger Ornamentik, die in der Mitte runde Öffnungen für das Licht haben. Wie Ufos scheinen sie hier auf dem Rasen zwischen den beiden Gebäuden gelandet zu sein, heitere, bunte Zeichen, die am Abend zu leuchten beginnen. "Menschen ein visuelles Sprachrohr zur Verfügung zu stellen" - so charakterisierten Irene und Christine Hohenbüchler das Ziel ihrer Arbeit, und wenngleich es sich hier um eine skulpturale Setzung handelt, spielen Kriterien wie Kommunikation, Anknüpfen und Hinzufügen, die das Netzwerk der Hohenbüchlers mit kunsthistorischen wie literarischen Bezügen ausmachen, eine entscheidende Rolle.

(Susanne Neuburger)

Aus: Öffentliche Kunst, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich 7 (2004)