Schallaburg - Schlosskapelle, Hochgrab des Hans Wilhelm von Losenstein
(1587)


Die Grabplatte des Hochgrabes in der Schlosskapelle der Schallaburg trägt die nahezu vollplastische Figur des Hans Wilhelm von Losenstein, dargestellt in voller Rüstung. Sein Haupt ruht auf einem Kissen, die rechte Hand liegt auf der Bibel, die linke hält das Schwert. Zu Füßen des Ritters liegt ein Löwe - ein Motiv, das aus der mittelalterlichen Grabplastik bekannt ist. An den Ecken der Grabplatte befinden sich Putti, die allegorische Attribute tragen: Schlange und Kreuz, die Gesetzestafeln, Lorbeerkranz und Blume, Totenkopf. Die Reliefs auf der Tumba zeigen Szene aus dem Alten und Neuen Testament: Abraham will seinen Sohn Isaak opfern - Jakob ringt mit den Engeln - Jüngstes Gericht - Christus am Ölberg - Kreuztragung Christi. Hier werden typologische Bezüge hergestellt: So ist etwa Isaak, der das Opferholz trägt, bereits im Mittelalter das typologische Vorbild für Christus, der das Kreuz nach Golgotha trägt.  Für die Reliefs verwendet der Bildhauer Holzschnitte von Tobias Stimmer und Albrecht Dürer als Vorlage. Die Inschrift am Kopfende in lateinischer Sprache gibt über das Wesen und das Ziel der Losensteinschen Stiftungen Auskunft. Schriftrollen am Rande der Grabplatte übersetzen diesen Text in deutsche Verse.