Krems-Stein - Installation am Mobilfunkmast
(2000)


Gelitin

Das Künstlerkollektiv gelatin gewann den Wettbewerb zur gestalterischen Integration der 36 m hohen GSM-Sendeanlage ins städtebauliche Umfeld von Krems mit einem humorvoll-poetischen Vorschlag zum Thema Kommunikation und Technik.

Durch die Intervention der Künstler wurde der Mobilfunkmast zu einem akustischen Zentrum, das Bewegung in 200 verschiedene akustische Signale transferiert und mit einem Lautsprecher in die Umgebung weitersendet.

Mittels einer Videokamera am Mast wird der Verkehr der nahen Bundesstraße aufgenommen. Ein Computer mit Bilderkennungssoftware analysiert das Bild und speist eine von den Künstlern entwickelte Software, die im Fall eines visuellen Sättigungsgrades den Mast einen Laut aus einer Tonsammlung menschlicher Affektlaute von sich geben lässt. So wurde aus einem technischen Instrument ein quasi selbstreflexives Lebewesen. Lust und Laune des von den Künstlern in ungestümer Erfinderlaune romantisch beseelten Mastes, der als einsamer Beobachter der Abläufe in seiner Umgebung seine emotionale Verfassung darüber zum Ausdruck bringt, wird vom Verkehr beeinflusst.

(Cornelia Offergeld)

Aus: Öffentliche Kunst, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich 6 (2002)