Baden - "Modul B 97", Stele im Gutenbrunnerpark
(1995 bis 1997)


Barbara Szüts (*1952)

Die symmetrische Form der Stahlstele "Modul B(aden) (19)97" geht auf die Abwandlung eines Moduls aus der grafischen Darstellung kleinster Teilchenbewegungen zurück. Diesem bestimmten Maß verdankt das an pflanzliche Formen erinnernde Werk seine Harmonie. Das Lichtspiel, das mitunter die gezackten Konturen und die kristallin wirkende Oberfläche der verzinkten Plastik umgibt, macht aus dem Stück geschnittenen Eisen ein von Gloriolen umstrahltes Kunstwerk, das vielfältige Deutungen zulässt.
Mit seinen scharfen Zacken mahnt das "Modul" vorsichtig zu sein. Sie schützen das Kunstwerk vor Vandalismus, dem fragilere Plastiken der Künstlerin schon zum Opfer gefallen sind. Sie machen jedoch das "Modul" auch als Zeichen dafür erkennbar, dass selbst die kleinsten Bestandteile und Vorgänge der Natur unseres Schutzes bedürfen, gerade weil wir heute oft glauben, ihre komplexen Zusammenhänge erkennen und steuern zu können.
Den Bezug von "Modul B 97" zu einer Zeit, die gerade in Baden bedeutsame künstlerische Spuren in Gärten und Parks hinterlassen hat, zeigt ein Zitat aus einer Rede von Friedrich Wilhelm Schelling. Es stammt aus dem Jahr 1807, in dem Teile des heutigen Badener Kurparks angelegt wurden. Für Schelling sind "die vollkommenen Formen, welche die Plastik hervorbringt, ... die objektiv dargestellten Urbilder der organischen Natur selbst".
(Quelle: F. Grassegger, in: Veröffentlichte Kunst - Kunst im öffentlichen Raum 4, Katalog des NÖ Landesmuseums, Neue Folge Nr. 418, 1998)