Rosenburg-Mold - Rosenburg
(1593 bis 1597)


Bereits im 13. Jahrhundert bestand ein erster Vorgängerbau, dessen Bauteile heute nicht mehr vollständig fassbar sind. Ein massiver Neubau des 14. Jahrhunderts sowie ein spätmittelalterlicher Um- und Neubau in den Jahren 1478 bis 1487 unter den Herren von Rogendorf gingen der durchgreifenden und noch heute beeindruckenden Renaissance-Umgestaltung durch die Familie Grabner zwischen 1593 und 1597 voraus.
Die Renaissanceanlage nimmt auf das spätmittelalterliche Raumkonzept der Kernburg Rücksicht und integriert ältere Mauerstrukturen und spätgotische Schulterbogenportale. Repräsentativer Blickpunkt wurde der oktogonale zweite Torturm mit balustradengeschmücktem Umgang und Galerie und das vor dem ehemaligen äußeren Graben situierte, freistehende Tor. Den West-Abschluss der Vorburg bildet ein langgestreckter Repräsentativtrakt, der Hochburg und Vorburgteile verbindet. In diesem sind die ehemaligen Prunkräume des Schlosses und die Bibliothek mit bemalter Holzkassettendecke untergebracht. Die südliche Eingangssituation wird durch den 1614 bis 1628 angelegten, großen "Turnierhof" dominiert. Der Hofbereich ist an drei Seiten von Arkadengängen mit Blendbögen umfangen, die ehemals figurativ ausgemalt und zum Teil mit Figuren ausgestattet waren. Bemerkenswert ist die teilweise erhaltene Freskenausstattung aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie Balken-, Kassetten- und Stuckdecken, die zumindest in Teilen auf den Originalbestand zurückgehen.