Ortsgeschichte
Nordöstlich von Stockerau an der L26, die von Stockerau nach Ernstbrunn führt, liegt das gestreckte Linsenangerdorf Leitzersdorf. Der Ortsname dürfte sich von einem slawischen Personennamen (Lěv-c) ableiten. Die erstmalige Erwähnung des Ortes findet sich im Klosterneuburger Traditionsbuch mit einem um 1140 zu datierenden Eintrag eines Adelhalmus de Leucinesdorf. Im 13. Jahrhundert gelangte das Dorf als landesfürstliches Lehen an Graf Otto von Plain-Hardegg, 1313 an Graf Berchtold von Maidburg-Hardegg. Die im Dorf ansässigen Leitzersdorfer, deren Ansitz abgekommen ist, waren Dienstleute der Hardegger. 1484 besiegten in Leitzersdorf die Truppen des Ungarnkönigs Matthias Corvinus die Streitkräfte Kaiser Friedrichs III., die zum Entsatz der belagerten Stadt Korneuburg gekommen waren.
Die erste Nennung der dem hl. Jakobus dem Älteren geweihten Kirche, die im Süden des Ortes gelegen ist, erfolgte um 1337. Zum ältesten Bauteil der Kirche gehört u.a. der südseitige Kapellenanbau, in dem Fresken aus der Mitte des 14. Jahrhunderts aufgedeckt wurden. Teile der Wölbung des Hauptschiffes datieren in das Jahr 1614. Um 1685 erfolgte die Erhebung zur Pfarre. Der im Kern vermutlich romanische Bau wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts um- und ausgebaut: 1721 entstand die Verlängerung des Hauptschiffes, 1737 die Portalvorbauten. Im selben Jahr wurde auch der Pfarrhof errichtet. Eine Schule bestand schon 1544. 1763 stiftete der Gastwirt Josef Grammerstetter die Johann-Nepomuk-Statue, zu deren Erhaltung sich die Gemeinde verpflichtete.
Nach dem Topographischen Landschematismus von 1795 standen zu dieser Zeit in Leitzersdorf 106 Häuser. Im Ort waren die Herrschaften Ernstbrunnn, Stixendorf, Malberg, Schönborn, Wiesen, Stockerau und die Pfarre Leitzersdorf mit Grundhörigen vertreten. Landgericht und Ortsobrigkeit übte die Herrschaft Ernstbrunn aus. Schweickhardt beschreibt den Ort um 1834 als Pfarrdorf mit 108 Häusern. In diesen lebten 127 Familien mit 247 männlichen, 321 weiblichen Personen und 160 schulfähigen Kindern. Der Viehstand belief sich auf 58 Pferde, 164 Kühe, 428 Schafe, 12 Ziegen und 236 Schweine. Im Dorf waren an Gewerben 3 Schuster, 3 Schneider, 2 Schmiede, 1 Wagner, 1 Binder, 1 Tischler, 5 Weber, 2 Bäcker, 2 Wirte, 1 Fleischhauer und 1 Krämer vertreten. 1846 fielen 84 Häuser einem Brand zum Opfer.
Nach der Aufhebung der Grundherrschaft 1848 konstituierte sich aus den Katastralgemeinden Leitzersdorf, Hatzenbach, Leitzersbrunnerfeld, Wiesen und Klein-Wilfersdorf die Gemeinde Leitzersdorf, in der laut Alphabetischem Verzeichnis sämmtlicher Orte des Kronlandes Niederösterreich 542 Personen lebten. Die Pfarre war weiterhin Leitzersdorf, das zuständige Bezirksamt Stockerau, das Untersuchungsgericht Korneuburg.
Im Zuge der Kommunalstrukturverbesserung schloss sich mit 1. Jänner 1970 Wollmannsberg der Gemeinde Leitzersdorf an; 1971 folgte Hatzenbach und 1972 Kleinwilfersdorf. Mit Bescheid vom 24. März 1987 verlieh die NÖ Landesregierung der Gemeinde ein Wappen: In einem blauen Schild über grünem Schildfuß ein silbernes Steinmal aus fünf Steinen, daraus wachsend fünf strahlenförmig angeordnete goldene Ähren. Die vom Gemeinderat festgesetzten Gemeindefarben Blau-Weiß-Grün wurden genehmigt.