Mold


Gemeinde Rosenburg-Mold

Ortsgeschichte

Auf dem Molderberg nördlich von Mold (Gemeinde Rosenburg-Mold) erhebt sich weithin sichtbar die Wallfahrtskirche Maria Dreieichen. Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut, wurde sie zu einem Wahrzeichen der Gegend. Der Beginn der Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes fällt in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Um 1650 ließ der Kürschnermeister Matthias Weinberger eine Wachsstatue der Schmerzhaften Muttergottes, bei der er in seiner Krankheit Trost gefunden hatte, an einer dreifachen Eiche auf dem Molderberg anbringen. Den Auftrag soll er nach seiner Genesung in wiederholten Träumen erhalten haben. Schon bald entstand dort ein Ort der Andacht, doch brannte kaum zwei Jahrzehnte später die Eiche mit dem Bild durch Blitzschlag oder Brandstiftung ab. Als die angekohlte Eiche wieder zu grünen begann, sah man darin ein Zeichen.

Der Horner Bürgermeister und Färbermeister Sebastian Friedrich ließ um 1680 aus Lindenholz eine Gnadenstatue schnitzen und an der Eiche anbringen. Die Wallfahrt lebte wieder auf, es entstand eine kleine Kapelle und im Jahr 1700 eine Einsiedelei. Der Einsiedler hatte den Gnadenort zu bewachen und zu betreuen. Der erste namentlich bekannte Bruder war Frater Paul Kriegner, dem Petrus Müller folgte, der nach der Aufhebung der Einsiedelei unter Kaiser Joseph II. 1782 bis zu seinem Tod als Mesner in seiner Klause blieb.

Schon 1733 war die Holzkapelle durch einen Steinbau ersetzt worden, drei Jahre später verlieh Papst Klemens XII. dem Wallfahrtsort verschiedene Ablässe. Im Auftrag des für die Seelsorge zuständigen Abtes Placidus Much von Altenburg wurde 1744 bis 1750 nach Plänen von Leopold Wißgrill die barocke Kirche errichtet. An der Ausgestaltung waren unter anderen Paul Troger und Martin Johann Schmidt beteiligt. 1751/1752 erlebte Maria Dreieichen mit etwa 50.000 Pilgern aus Niederösterreich, Böhmen und Ungarn einen Höhepunkt als Wallfahrtsort. Ab dem 19. Jahrhundert ging die Wallfahrt zurück, doch zählte man nach dem Ersten Weltkrieg noch etwa 600 Prozessionen im Jahr.

Der Ort Mold gewann zwar durch die Wallfahrtskirche überregionale Bekanntheit, war aber auch vorher nicht unbedeutend. Die ehemalige St.- Michaels-Kirche entstand vielleicht schon im 11. Jahrhundert, sicher genannt wird sie 1223. Mold war zu der Zeit der größte Ort im Horner Becken und zählte Anfang des 14. Jahrhunderts 54 Häuser. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde der Ort eine eigene Pfarre. Auf der Burg saßen zu Beginn der Neuzeit die Hinterholzer und Eitzinger. 1683 gelangte die Burg an die Herrschaft Wildberg. Nachdem Maria Dreieichen zur Pfarre erhoben worden war, wurde die alte St.-Michaels-Kirche, jahrhundertelang Zentrum des Ortes, 1784 abgebrochen. Mit dem Abtragen der Burg im Jahre 1870 verschwand auch das zweite bedeutende Zentrum aus dem Ortsbild.