Aigen


Gemeinde Ludweis-Aigen

Ortsgeschichte

Aigen bei Raabs war im 16. Jahrhundert unter den Freiherren von Hofkirchen ein bedeutendes Zentrum der Reformation. Das urkundlich erstmals im Jahr 1112 genannte Dorf gehörte zur Herrschaft Kollmitz und Drösiedl, die im 16. Jahrhundert im Besitz der Hofkirchner war, einer der führenden protestantischen Familien des Landes.

Seit 1411 besaßen sie Burg Kollmitz und seit 1427 Schloss Drösiedl, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Wilhelm I. und seinem Sohn Wolfgang umgebaut wurde. In den Jahren 1599 bis 1606 ließen Wolfgang und sein Bruder Georg Andre auch die im Kern gotische Pfarrkirche in Aigen zu einer Saalkirche der Spätrenaissance umbauen und unterhalb des Chores eine Familiengruft anlegen. In der Gruft befindet sich heute die für ihre Eltern errichtete prächtige Marmortumba mit den liegenden Fuguren Wilhelms I. von Hofkirchen und seiner Frau Eva, die bis 1823 im Chorjoch vor dem Altar stand.

Nach der Rekatholisierung war die Pfarre von 1682 bis 1954 dem Stift Altenburg inkorporiert. Um 1800 wurde die Gruft zugemauert, 1823 der den Hochaltar verstellende Sarkophag zerlegt und in Einzelteilen aufgestellt. Die Gebeine dürften am Friedhof beigesetzt worden sein. Erst 1975/1976 erfolgte eine Rekonstruktion sowie die Übertragung in die Gruft. Hier befinden sich auch die ursprünglich an der Außenwand der Kirche bzw. des Pfarrhofs eingebauten Grabplatten des evangelischen Pastors Paul Hillemeir und seiner Frau Ursula (1596) sowie des 1647 verstorbenen Christoph Echtzell, Schlossherr von Drösiedl, und seiner Frau Maria (1654).