Brand


Gemeinde Brand-Nagelberg

Ortsgeschichte

Am 10. Juni 1666 tobte ein Brand im Waldgebiet der Herrschaft Heidenreichstein. Zwanzig Jahre später entstand auf der nun waldlosen Fläche die Streusiedlung Brand. Der Waldboden wurde von der Grundherrschaft in Parzellen geteilt und unter der Bedingung verkauft, dass binnen einer bestimmten Frist Häuser errichtet werden mussten. Brand gehörte mit dem heute in Tschechien gelegenen Schwarzbach zur Pfarre Rottenschachen (Rapšach, Tschechien). Diese war wiederum aufgrund von Priestermangel mit der Pfarre Gmünd vereinigt. 1782 erhielt die tschechische Pfarre Zuggers (Krabonoš) 18 Dörfer zugewiesen, darunter waren auch Brand und Finsternau. Da die Pfarre zwei Stunden entfernt war, wurde in Brand im Zuge der josephinischen Pfarrreform 1784 eine eigene Pfarre errichtet. Kirche, Pfarrhof und Schule waren 1797 fertiggestellt. Die auf dem höchsten Punkt des Ortes gelegene Kirche ist dem hl. Andreas geweiht. Sie verkörpert den Typus der josephinischen Saalkirche mit Nordturm. Das Hochaltarbild mit der Kreuzigung des Apostels Andreas ist ein Werk Martin Johann Schmidts. Es entstand 1780 für die Dominikanerkirche in Krems. Nach der Aufhebung des Klosters und der Profanierung der Kirche wurde das Bild nach Brand transferiert.

1809 erfolgte eine „Strafexpedition“ der französischen Truppen: mehrere Bauernhäuser brannten nieder; ebenso wurden Pfarrkirche, Pfarrhof und Schule schwer beschädigt. Der Kirchturm sollte sein Notdach bis 1909 behalten. 1850 konstituierte sich Brand mit Nagelberg zu einer eigenen Gemeinde.

Zur weiteren Geschichte siehe den Eintrag unter Brand-Nagelberg.