Schönberg am Kamp


Gemeinde Schönberg am Kamp

Ortsgeschichte

An den Abhängen des Manhartsberges nördlich von Langenlois liegt die Marktgemeinde Schönberg am Kamp. Das heutige Gemeindegebiet umfasst die Katastralgemeinden Altenhof, Buchberger Waldhütten, Fernitz, Freischling, Kriegenreith, Mollands, Neustift bei Schönberg (Schönberg- Neustift), Oberplank, Plank am Kamp, Raan, Schönberg, Stiefern und Thürneustift.

Das Gebiet war schon früh besiedelt, nachweislich seit der Jungsteinzeit. Die erste Nennung des Ortes findet sich in einer Urkunde von 1122-1125, in der ein Heinricus de Sconiberch als Zeuge auftrat.  Er war ein Ministeriale Markgraf Leopolds III. Vielleicht war er mit dem Kuenringer Heinrich von Zöbing identisch. Der in der Folge für Schönberg belegte Rapoto I. war ein Mitglied der weit verzweigten Kuenringer-Familie. Um die Schulden, die auf Burg und Herrschaft Schönberg lasteten, zu begleichen, musste der letzte aus der  Schönberger Linie 1380 beim Wiener Hofjuden David Stewzz einen Kredit auf seinen Besitz aufnehmen. Hans von Schönberg wurde 1387 von Gefolgsleuten der Maissauer in der Pfarrkirche ermordet. Da der Kredit nicht getilgt war, fiel die Herrschaft über den Gläubiger an den Landesfürsten. 1417 erhielt Leutold von Eckartsau das Lehen. Um 1430 erwarben es die im Pittener Gebiet angesiedelten Königsberger. Ort und Burg waren mehrmals Schauplatz kriegerischer Ereignisse: 1483 von den Böhmen besetzt, 1485 von den Ungarn.

Ab etwa 1540 bis 1629 war der gesamte Ort protestantisch. Aus der Zeit der Königsberger sind drei sehr ausführliche Banntaidinge überliefert, in denen Schönberg als Markt bezeichnet wird. Im 17. Jahrhundert wechselten die Besitzer mehrmals: 1612 kam der Besitz durch Kauf an Adam Fröhlich, 1627 an Erhart Hoffmann und 1635 schließlich an Johann Baptist von Verdenberg, den Besitzer der Herrschaft Grafenegg. 1645 zogen die Schweden durch das Kamptal und zerstörten die südlich des Ortes auf dem Schlossberg gelegene Burg.

Östlich über dem Ort, umgeben von einer hohen Wehrmauer und einem Graben im Süden und Osten liegt die ursprünglich Maria geweihte Kirche. Sie entstand 1283 als landesfürstliche Pfarre. 1384 wurde sie dem Passauer Bistum übertragen. Nach 1600 wurde sie der Pfarre Stiefern unterstellt. Zu Ausgang des 17. Jahrhunderts erfolgte ein Patroziniumswechsel: An die Stelle Mariens trat die hl. Agnes. Die Erhebung zur Pfarre fand 1741 statt. Der Chor der heutigen Kirche stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, ebenso der Südturm. Unter Nutzung der romanischen Mauerstrukturen wurde im 15. Jahrhundert das Langhaus errichtet. Im Norden erfolgte um 1476 der Anbau einer Kapelle, der ehem. Thomaskapelle. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche barockisiert. Nördlich des Ortes wurde 1772 ein Kreuzweg Richtung Stiefern errichtet, von dem nur noch elf Stationen erhalten sind.      

Der wichtigste Erwerbzweig war neben der Landwirtschaft der Weinbau. Mit dem Bau der Kamptalbahn und ihrer Eröffnung 1889 entwickelte sich die Region zu einer beliebten Sommerfrische. Zum 60-jährigen Thronjubiläum Kaiser Franz Josephs wurde die „Jubiläums-Badeanstalt“ in Plank errichtet; das hölzerne Badehaus existiert noch, wird aber zweckentfremdet als Geräteschuppen verwendet. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Fremdenverkehr stark zurück. Mit Schuld daran war der Bau der Kamptalstauseen, durch die die Temperatur des Flusses merklich abnahm. Heute ist es in erster Linie der Wein, der den Tourismus ankurbelt.

Im Zuge der Gemeindezusammenlegungen schlossen sich ab 1. Jänner 1968 die Gemeinden Mollands, Schönberg am Kamp und Schönberg-Neustift zur Markgemeinde Schönberg zusammen. 1970 kam noch die Gemeinde Freischling hinzu; ein Jahr später wurde Zöbing eingegliedert und der Name der Marktgemeinde auf Zöbing-Schönberg abgeändert. Allerdings trat Zöbing mit 1. Jänner 1972 wieder aus dem Gemeindeverband aus und wurde ein Ort der Marktgemeinde Langenlois. Die Marktgemeinde hieß fortan Schönberg am Kamp. Mit Bescheid vom 31. März 1981 verlieh die NÖ Landesregierung der Marktgemeinde ein Wappen: „Ein blauer Schild, belegt mit einem silbernen Adlerflug, der rechts oben von einer goldenen Weintraube begleitet wird.” Die Gemeindefarben „Weiß-Blau“ wurden genehmigt.