Eckartsau


Gemeinde Eckartsau

Ortsgeschichte

Der 1160/80 urkundlich erstmals genannte Ort Eckartsau (Ekkeharteshovve) liegt im südlichen Weinviertel und grenzt im Norden an den Nationalpark Donauauen. Seit 1971 bilden die Gemeinden Eckartsau und Witzelsdorf mit den drei Dorfgemeinden Kopfstetten, Pframa und Wagram an der Donau die Marktgemeinde Eckartsau.

Für das späte 12. Jahrhundert lassen sich hier Rudmar und Heinrich von Eckartsau nachweisen sowie landesfürstliche Ministeriale von Eckartsau aus der Sippe der Sonnberg-Hainburg-Rötelsteiner. Mit Wilhelm von Eckartsau erlosch 1507 die männliche Linie. Den freieigenen Sitz erbte Apollonia von Volkensdorf. Die während des ersten Ansturmes der Osmanen (1529-32) geflohene Bevölkerung wurde in der Folge durch die Ansiedlung von mehr als 1000 Kroaten ersetzt. 1571 wurden die Teufel neue Besitzer der Herrschaft; sie förderten das Luthertum. Im 17. Jahrhundert wechselte die Herrschaft wiederholt. 1663 wurde Eckartsau in der Kreidfeuerordnung (Warnfeuer) als Zufluchtsort genannt. In Eckartsau gab es eine mobile Schiffmühle, die jeweils in das „schwere Wasser“ gestellt wurde.

Das Schloss Eckartsau geht auf einen Umbau (1722-1732) durch Graf Kinsky zurück, der das mit einem Wassergraben umgebene Schloss 1720 erworben hatte. Die Pläne für die Erneuerung des Westtrakts und der Kapelle stammten vom Hofarchitekten Fischer von Erlach. Der prunkvolle Westtrakt („Corps de logis“) mit Eingangshalle, Stiegenhaus und Festsaal, ist ganz der Jagd verschrieben. Die Deckenfresken der Kapelle (Christus und die Apostel, Schlüsselübergabe an Petrus) fertigte der Maler Francois Roettiers an.

1760 erwarb Maria Theresia das Schloss. Sie überließ den Ortsbewohnern die Viehtriftweide zu beiden Seiten der heutigen Maria-Theresien-Allee zu einem günstigen Preis. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts adaptierte Thronfolger Franz Ferdinand das Jagdschloss neu.

Nachdem Kaiser Karl I. am 11. November 1918 die Abdankungsurkunde in Schönbrunn unterschrieben hatte, die das Ende der Donaumonarchie bedeutete, setzte sich der Auto-Konvoi nach Eckartsau in Bewegung. Das Schloss wurde für den abgedankten Monarchen und seine Familie Wohnsitz bis zum 23. März 1919. An diesem Tag wurde er mit seiner Familie vom Bahnhof Kopfstetten aus ins Schweizer Exil gebracht. Heute ist das Schloss Sitz der Österreichischen Bundesforsteverwaltung.