Altenburg


Gemeinde Altenburg

Ortsgeschichte

Altenburg am Rande des Horner Beckens ist vor allem durch sein im 12. Jahrhundert gegründetes Benediktinerstift bekannt. Die Siedlungstradition der Gegend reicht jedoch weit in die Frühzeit zurück, wie jungsteinzeitliche und hallstattzeitliche Funde auf dem Umlaufberg belegen, wo es eine spätkeltische Siedlung gab.

Im 11. Jahrhundert war der Ort vermutlich Sitz der Grafen von Poigen. 1144 gründeten Hildegard von Poigen und ihr Sohn Hermann das Benediktinerkloster und übergaben es dem Bistum Passau als Eigenkloster. Die ersten zwölf Mönche kamen aus dem steirischen Stift St. Lambrecht, die Vogtei ging an die Stifterfamilie und nach deren Aussterben 1209 an die österreichischen Herzöge als passauisches Lehen. Durch reiche Schenkungen bis ins 17. Jahrhundert - mit Pfarren, Burgen, Mühlen oder Gutshöfen - reichte der Besitz des Klosters bis in die Umgebung von Wien und das obere Waldviertel. 1516 erfolgte unter Abt Andreas (1511-1519), dessen Grabstein die älteste Darstellung des Stiftswappens zeigt, die Verleihung der Pontifikalien durch den Papst.

Kloster und Kirche erlitten im Spätmittelalter schwere Schäden durch Unruhen (1269), Brände (1380, 1427), Ungarn und Kumanen (1304), Hussiten (1427, 1430), Böhmen (1327, 1467) und die Truppen des ungarischen Königs Matthias Corvinus (1480). Mitte des 16. Jahrhunderts soll das Kloster nur mehr ein "wüster Steinhaufen" gewesen sein.  Ende dieses Jahrhunderts zu einer wehrhaften Anlage ausgebaut, wurde es im Dreißigjährigen Krieg wieder fast völlig zerstört (1620, 1645).

Im 17. Jahrhundert wurde unter den Äbten Benedikt Leiß (1648-1658) und Maurus Boxler (1658-1681) mit einem Neubau begonnen, treibende Kraft des Projekts war jedoch Abt Placidus Much (1715-56), der die bedeutendsten Künstler seiner Zeit engagierte, darunter den Baumeister Josef Munggenast und den Maler Paul Troger. Nach 13-jähriger Bauzeit  konnte der barocke Stiftsbau mit der bedeutenden Klosterbibliothek und der Krypta 1743 fertig gestellt werden.

In der Folgezeit wurde das Kloster zu Kriegszeiten als Spital (1797, 1866) und Truppenquartier (Russen 1799, Franzosen 1809) genutzt und litt nach dem Zweiten Weltkrieg schwer unter Beschlagnahme, Enteignung und Einquartierung. Ein Teil des wertvollen Inventars verschwand, erhalten blieb das reichhaltige Archiv mit dem Stiftbrief von 1144 und wertvollen Handschriften. Seit 1983 werden die Reste der mittelalterlichen Klosteranlage ausgegraben, sodass heute auch das "Alte Kloster" besichtigt werden kann.