Altenmarkt an der Triesting


Gemeinde Altenmarkt an der Triesting

Ortsgeschichte

Der Markt Altenmarkt gehört zu den ältesten Besitzungen des 1136 gegründeten Klosters Klein Mariazell (Mariazell in Österreich). Der um 1255 urkundlich genannte "alte Markt" war durch seine Lage an der Hauptverkehrsstraße der wirtschaftliche Vorort des Stiftes. Aus dem Ortsnamen ist zu schließen, dass der Markt ursprünglich ein Marktrecht besaß, ein verbrieftes Recht auf einen Wochenmarkt wurde 1448 von König Friedrich III. verliehen, "damit es mit dem Namen vereinbarlich sei".

Der alte Marktplatz mit dem Seitenverhältnis 1:8 und den begrenzenden Giebelbauten ist eine Sehenswürdigkeit. Seit 1401 besaß Altenmarkt eine Kapelle, die bis 1782 Filiale von Klein Mariazell war und nach der Aufhebung des Klosters Pfarrkirche wurde.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde Altenmarkt zur Wallfahrtsstation an der "Via Sacra" nach Mariazell in der Steiermark. Aus der Wallfahrerzeit, insbesondere aus dem 17. und 18. Jahrhundert, stammen zahlreiche Bildstöcke - wie etwa der 1636 gestiftete "Zur schwarzen Mutter Gottes" am östlichen Ortseingang - sowie die barocken Schmiedeeisenschilder an den damals florierenden Gasthöfen. Auch Karl VI. und Maria Theresia kamen auf ihren Wallfahrten mehrmals mit großem Gefolge durch Altenmarkt.

Nach der Erhebung zur Pfarrkirche wurde die schon baufällige Kapelle renoviert und durch den Anbau des Langhauses und der Sakristei vergrößert. 1842 stftete Joseph Exinger, der damalige Herrschaftsbesitzer in Klein Mariazell, ein neues Altarblatt mit der Darstellung der "Taufe Christi". Bemerkenswert ist, dass der Maler den hl. Johannes und Christus mit den Gesichtszügen des Stifters darstellte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche mit Glasmalereien geschmückt.

Aufgrund der Lage an einer Hauptverkehrsstraße wurde Altenmarkt im Laufe seiner Geschichte immer wieder verwüstet, so 1464 von den Ungarn, 1529, 1532 und 1683 von den Osmanen. 1945 lag der Ort im Kampfgebiet, wo zahlreiche Soldaten den Tod fanden. Pfarrer Leopold Wieshaupt wurde in der Kirche von russischen Soldaten erschossen. Auf dem Friedhof sind 80 Soldaten begraben.