Amstetten


Gemeinde Amstetten

Ortsgeschichte

Amstetten liegt mitten im Mostviertel am Eingang zum Ybbstal und steht auf altem Siedlungsboden, wie Funde aus der Jungsteinzeit belegen. Seit der Römerzeit führt ein bedeutender Verkehrsweg durch den Ort, und zwar die Limesstraße, später Reichsstraße, heute Bundesstraße 1.

In einer Urkunde von 1111 wird der Ort Amistetin erstmals erwähnt. Die Pfarre mit der Kirche St. Stephan wurde bereits im späten 11. Jahrhundert (um 1070) vom Bistum Passau aus gegründet, das später auch den zum Bistum Freising gehörenden Ort gegen Zehentrechte eintauschen konnte. Im 13. Jahrhundert entstand südlich des alten Siedlungskerns ein linsenförmiger, planmäßig angelegter Markt, durch den die wichtige West-Ost-Straße führte und der seit 1250/1260 als Markt bezeichnet wurde. 1276 bestätigte König Rudolf I. das Marktrecht und verlieh dem Bischof von Passau das Befestigungsrecht für den 40 Häuser umfassenden Ort.

Ab dem 15. Jahrhundert war Amstetten am Provianthandel der Eisenwurzen beteiligt und versorgte das Eisengewerbe im oberen Ybbstal mit Lebensmitteln. Seit 1849 bzw. dauerhaft seit 1869 war der Markt Sitz der Bezirkshauptmannschaft. Der Aufstieg Amstettens ist jedoch vor allem mit dem Bau der Eisenbahn verbunden. Der Ort wurde zum Knotenpunkt der 1858 fertiggestellten Kaiserin-Elisabeth-Westbahn. Mit kaiserlicher Entschließung vom 29. November 1897 wurde Amstetten daher zur Stadt erhoben.

In den Kriegen gegen Türken, Schweden und Franzosen erlitt die Stadt schwere Schäden durch Brandschatzung und Plünderung, im Zweiten Weltkrieg wurde sie 266-mal bombardiert. Als Bezirkshauptstadt erlebte Amstetten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen bedeutenden Aufschwung und wurde zum Verwaltungs-, Wirtschafts-, Industrie-, Verkehrs- und Schulzentrum des Mostviertels. Insbesondere mit dem alljährlich stattfindenden "Musical-Sommer-Amstetten" (seit 1989) positionierte sich Amstetten auch als Kulturstadt.

Amstetten verbinden Partnerschaften mit den Städten Alsfeld (Deutschland), Ruelle-sur-Touvre (Frankreich) und Pergine Valsugana (Italien).