Angern an der March


Gemeinde Angern an der March

Ortsgeschichte

Angern an der March liegt im Grenzgebiet zur Slowakei, am Nordrand des Marchfelds im südlichen Weinviertel. Gemeinsam mit den Katastralgemeinden Grub an der March, Mannersdorf, Ollersdorf und Stillfried bildet Angern heute eine Großgemeinde.

Archäologische Funde belegen eine Besiedlung der Gegend für die frühe und mittlere Bronzezeit. In  Mannersdorf fand man beispielsweise eine Bronzeschwert und bronzene Lanzenspitzen. Aus der älteren Urnenfelderkultur förderte man Keramikfunde in Stillfried und Mannersdorf zu Tage. Aus der Römerzeit sind mehrere Siedlungsreste bekannt; man fand u.a. Dach- und Mauerziegel mit Stempelabdrücken, Münzen und Terra-Sigillata-Geschirr.

Das Breitstraßendorf, urkundlich erstmals 1310 als hus ze Anger erwähnt, liegt an alten Verbindungswegen, die über Gänserndorf nach Eibesbrunn (Brünnerstraße) und nach Wien verlaufen. Wichtig für die Bedeutung des Ortes war auch das Urfahr an der March, das später durch eine Privatbrücke der Herrschaft ersetzt wurde. Die 1870 errichtete öffentliche Brücke über die March wurde in den Kampfhandlungen 1945 zerstört.

Angern war einst eine eigene Herrschaft, zu der Ollersdorf, Mannersdorf und Tallesbrunn gehörten. Im Jahre 1465 wurde Angern zum Markt erhoben. In der Zeit der Osmaneneinfälle war Angern Fluchtort für die Bevölkerung der Umgebung und Standort eines Kreidfeuers, das zur Warnung vor der Annäherung des Feindes dienen sollte. Während der Koalitionskriege 1805 und 1809 zogen  französische Truppenteile plündernd durch den Markt. 1819 Kaiser Franz I. bewilligte dem Markt zwei Jahrmärkte für Montag nach Lätare (drei Wochen vor Ostermontag) und Michaeli (29. September). Im Zuge der Industrialisierung wurden eine Erdölraffinerie, eine Teer- und Schmierölfabrik sowie 1915 eine Spiritusfabrik errichtet.