Gaaden


Gemeinde Gaaden

Ortsgeschichte

Die Wienerwaldgemeinde Gaaden liegt zwischen Mödling und Heiligenkreuz am Westhang des Anningers. Der Raum war bereits zur Römerzeit besiedelt,  wie ein Kriegergrab und die Reste eines römischen Hauses belegen.

In schriftlichen Quellen ist Gaaden erstmals um 1120/30 als ecclesie Gademensis zu finden.  1130 erwarb Ulrich von Stiefern, der erste Forstmeister des babenbergischen Wienerwaldes, das Zubehör der Kirche von Gaaden, wie das Klosterneuburger Traditionsbuch vermerkt. Kurz zuvor war er mit der Feste und dem Dorf von Markgraf Leopold III. belehnt worden. Fortan nannte er sich nach Gaaden und dürfte mit dem 1136 genannten Udalrik de Gadem identisch sein, der in einer Heiligenkreuzer Stiftungsurkunde zu finden ist. Das Stift Heiligenkreuz gewann im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr Einfluss im Ort und hatte nach einem „protestantischen Intermezzo“ in Form eines Prädikanten aus Straßburg seit 1579 die Ortsobrigkeit zur Gänze inne.

Burg und Ort wurden 1477 durch die Ungarn und 1529 sowie 1683 durch die Türken geplündert und teilweise zerstört. Auch unter den Franzosenkriegen hatte Gaaden zu leiden. Ebenso blieb es nicht von Pest und Cholera verschont.

Gaaden lag am Wallfahrtsweg von Wien nach Mariazell. Beliebter Halt der PilgerInnen waren die dem Hl. Jakobus dem Älteren geweihte Kirche und die von Giovanni Giuliani 1699 am Berg Tabor westlich des Ortes errichtete Ölberggruppe.

Das ehemalige Jagdschloss Obergaaden wurde ab 1749 als Pfarrhof genutzt und umgebaut. Im sog. Paradesaal nächtigte 1699 Kaiser Leopold II. Im sog. Maria-Theresien-Zimmer wurde eine komplette Ausmalung mit Jagdfresken „alla grotesca“ aus der Zeit 1690-1700 aufgedeckt.

Die Gaadener arbeiteten als Kalkbrenner in den seit dem zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts bekannten Kalkgruben  und als Händler. Ihrem Selbstverständnis als „Elite“ verdanken wir den „Kraxenkirchtag“.  Als sie die Kleinhäusler aus der Feier des Jakobisonntags ausschlossen, feierten diese aus Protest  am nachfolgenden Sonntag in Nieder-Gaaden den sog. „Kraxenkirchtag“. Sie erschienen mit Blumen geschmückten Kraxen – Holztragen zum Heimholen des Klaubholzes – zum Tanz, ein Brauch, der bis heute besteht (Lechner, S. 254).

In der Biedermeierzeit entdeckten die Wiener Bürger das Dorf als Sommerfrischeorte; Künstler  wie der Maler Ferdinand Waldmüller oder der Dichter Ferdinand Raimund, der im „Raimundhaus“ 1833  den „Verschwender“ vollendete, erfreuten sich an seiner Idylle und genossen den vielgerühmten „Gaadner Schmarrn“.