Hafnerberg-Nöstach


Gemeinde Altenmarkt an der Triesting

Ortsgeschichte

Die im 18. Jahrhundert erbaute Wallfahrtskirche in Nöstach-Hafnerberg (Marktgemeinde Altenmarkt/Triesting) liegt am Übergang der Via Sacra vom Wienerwald in das Triestingtal. Die Marienkirche wurde zwischen 1729 und 1745 erbaut, davor stand an ihrer Stelle zunächst eine Mariensäule, die der Müllermeister Pankraz Reichard aus Fischamend 1653 gestiftet hatte. Darüber entstand eine kleine Kapelle, in der Abt Ildephons von Klein-Mariazell 1726 die erste Messe feierte. Die großzügigen Spenden des Wiener Hof-Sattlermeisters Adam Petras ermöglichten den Bau der Kirche durch das Kloster Klein-Mariazell. Bauleiter war der Sohn des Spenders, der Benediktinerpater Laurentius Petras. Vater und Sohn Petras sind in der Gruft vor dem Hochaltar bestattet. 

Zahlreiche Pilger besuchten auf ihrem Weg nach Mariazell die neue Wallfahrtskirche, bis Maria Theresia 1772 ein Wallfahrtsverbot erließ. Für die Hafnerberg-Kirche gab es allerdings eine Sondergenehmigung, die unter Joseph II. 1783 aufgehoben wurde. Die Wallfahrtskirche wurde zur Pfarrkirche. Erst nach dem Tod Josephs II. 1790 wurden die Wallfahrten wieder gestattet. 

Der 1771 vollendete ovale Innenraum ist reich mit Gold verziert und mit Bildern ausgestattet. Den Hochaltar, die beiden Oratorien und die kunstvolle Kanzel entwarf der Innsbrucker Bildhauer Balthasar Moll, der spätere Hof-Bildhauer Maria Theresias. Das Denkmal für den hl. Franz Xaver - Gegenstück der Kanzel - wie auch die meisten Figuren der Seitenaltäre wurden 1761 von Christoph Schönlaub geschaffen. Die Gittertore zur Turm- und Kreuzkapelle sind wertvolle Kunstschmiedearbeiten. Das von Josef Mildorfer 1743 bis 1745 gemalte Fresko in der Flachkuppel stellt die Verherrlichung Mariens dar. Die von Anton Pfliegler 1767 geschaffene Orgel gehört zu den hervorragendsten Beispielen des barocken Orgelbaus und steht unter Denkmalschutz.

Nach der Aufhebung des Stifts Klein-Mariazell zur Zeit Josephs II. wurde die Wallfahrtskirche zur Lokalkirche von Nöstach aufgewertet, während die beiden anderen Kirchen in Nöstach, St. Pankraz und St. Martin, aufgehoben wurden (1784/86).

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