Kirchberg an der Wild


Gemeinde Göpfritz an der Wild

Ortsgeschichte

Der südlich von Groß-Siegharts gelegene Markt entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Bereits um 1153 wird der Pfarrort erwähnt, als Ulrich von Pernegg die Kirche zu Kirchberg mit dem Drittelzehent dem Stift Geras schenkte. Die Kirche und das spätere Schloss gingen vermutlich aus der ersten "Burg-Kirchen-Anlage" westlich des Ortes hervor (um 1130/1140 errichtet). Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Sitz durch den noch erhaltenen, heute viergeschoßigen Turm erweitert. Von den Inhabern wird 1385 Andre Chaczinger von Chirchperg genannt, 1450 Georg von Kuenring-Seefeld, 1492 Valentin Gundisch.
Auf der Ebene zwischen Georgenberg und Kirchberg wurde von vielen Historikern die bedeutende Schlacht gegen die Hussiten am 14. Oktober 1431 lokalisiert, bei der die Hussiten eine schwere Niederlage gegen die Österreicher unter der Führung Leopolds von Kraig erlitten. Allerdings sind die Quellenhinweise zum Ort der Schlacht nicht eindeutig. Nach aktuellem Forschungsstand wird das Schlachtfeld nicht bei Kirchberg vermutet, sondern östlich von Thaya am Harder Wald.

Mitte des 16. Jahrhunderts war die Herrschaft kurzzeitig im Besitz von Leopold Hager, der zu den führenden protestantischen Adeligen des Landes gehörte. Unter Wenzel von Krackwitz wurde die mittelalterliche Burg um 1555 großzügig zu einem befestigten, dreiflügeligen Renaissanceschloss umgebaut. Burg und Kirche waren ursprünglich durch eine gemeinsame Befestigung gesichert, was auf dem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1672 noch erkennbar ist. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwarb Johann Christoph Ferdinand Graf Mallenthein die Herrschaft und vereinigte sie mit seinen Gütern Groß-Siegharts und Blumau. Durch Barockisierungen und Erweiterungen erhielt das Schloss um 1740 seine heutige vierseitige Gestalt. Ein Brand im Jahr 1895 zerstörte den nordwestlichen Zubau. Heute ist das Schloss im Besitz der Familie Frühwirth.

Die Pfarrkirche war ursprünglich eine romanische Chorturmkirche, erhielt im 15. Jahrhundert einen gotischen Chor und wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Sie wurde im 12. Jahrhundert dem Stift Geras inkorporiert, war von etwa 1611 bis 1700 mit Blumau vereinigt und danach eigene Pfarre.

1929 wurde Kirchberg zum Markt erhoben.