Messern


Gemeinde Irnfritz-Messern

Galgenberg bei Messern

Vom ehemaligen Galgen auf dem Galgenberg haben sich die drei Säulen aus Bruchstein erhalten. In deren Löcher schob man die Galgenhölzer, an denen die Verurteilten gehängt wurden. Die Gegend galt als unheimlich. Die Seelen der Verurteilten würden dort umgehen und seltsame Lichter sollen sich auf den Wiesen unterhalb des Galgens gezeigt haben.
Zu den vielen Geschichten um den Galgenberg gehört auch folgende:
Vor langer Zeit benötigte der Herr auf Wildberg einen Jäger. Bald bewarben sich zwei Burschen für die Stelle. Der Graf nahm beide zur Probe auf und wollte nach einem Monat den Besseren behalten. Die ganze Zeit bemühten sich beide, das Wohlgefallen des Grafen zu erlangen, und begannen sich gegenseitig zu hassen. Als der Monat fast um war, war ihre Wut so groß geworden, dass sie mit den Jagdgewehren aufeinander losgingen. Es fiel ein Schuss und einer der beiden stürzte tödlich getroffen nieder. Der andere wurde verhaftet, ins Gefängnis geworfen, als Mörder verurteilt und auf dem Galgenberg hingerichtet. Der Totengräber von Messern sollte für den Toten in der Nähe des Galgens ein Grab schaufeln. Es war ihm aber nicht recht wohl bei der Arbeit, hatte er doch ständig den Gehängten vor Augen, dessen Körper im Wind baumelte. Plötzlich kam ein schwerer Sturm auf und der Totengräber erhielt eine so ungeheure Ohrfeige, dass ihm die Pfeife in weitem Bogen aus dem Mund flog. Jammernd lief er davon, und mit ihm die Zuschauer, die zur Hinrichtung gekommen waren. Einige Tage später war der Tote vom Galgen verschwunden. Manche erzählen, die Raben hätten ihn gefressen, andere sagen, er sei von selbst herabgekommen und in das Grab gestiegen. Dort scheint er aber keine Ruhe gefunden zu haben, denn er wurde im Gefolge der "Wilden Jagd" gesehen, die bei Nacht oft vom Galgenberg ins Land rast.
(Quelle: Waldviertler Heimatbuch, hg. v. A. Kastner, 1994, S. 372)