Niederhollabrunn


Gemeinde Niederhollabrunn

Ortsgeschichte

Die Marktgemeinde Niederhollabrunn liegt nordöstlich von Stockerau. Sie besteht heute aus den Ortschaften Bruderndorf, Haselbach, Niederfellabrunn, Niederhollabrunn und Streitdorf.

In der Gegend finden sich Siedlungsspuren ab der Altsteinzeit. Südwestlich der Ortschaft, weithin sichtbar, erhebt sich ein hallstattzeitlicher Grabhügel, auch Leeberg (le = Grab- oder Grenzhügel) genannt, der im 19. Jahrhundert unsachgemäß angegraben wurde. Die damals gemachten Funde gingen verloren.

Die Gründung der Pfarre dürfte bereits um 1000 erfolgt sein. Urkundlich wird Niederhollabrunn erstmals 1135 als Hollarinbrunne erwähnt. Der Ortsname leitet sich von „einer Quelle (Brunnen) unter einem Hollundergebüsch“ ab. Nach den Edlen von Hollarinbrunnen und der Familie Gerloß gelangte die Herrschaft an das Bistum Passau. 1253 wurde sie dem passauischen Domkapitel übertragen. In dessen Besitz befand sie sich bis 1789. Auch das Stift Klosterneuburg besaß Mitte des 13. Jahrhunderts einige Hofstätten in Niederhollabrunn (Urbar des Stiftes Klosterneuburg, 1258). Einkünfte aus dem Dorf erhielt auch die Kartause Mauerbach, ebenso das Stift Heiligenkreuz (Urbar, Ende des 13. Jahrhunderts). 1586 wurde Melchior Khlesl als Pfarrer installiert. Nach seiner Ernennung zum Administrator von Wien wollte er die Pfarre Niederhollabrunn nicht aufgeben; es kam deshalb zu Auseinandersetzungen mit dem Passauer Domdechant Graf Karl von Lamberg. 

Die im Norden des Ortes erhöht gelegene, dem hl. Laurentius geweihte Pfarrkirche wurde 1718  durch einen Neubau ersetzt. Den Bau führte der Wiener Architekt Johann Jakob Öckl (Oeckhl) nach Plänen des Passauer Hofbaumeisters Domenico d‘Angeli aus. Der Hochaltar wurde erst 1747/48 errichtet. Ergänzt wurde die Ausstattung 1784 durch die Übertragung der Seitenaltäre und der Kanzel aus dem aufgehobenen Franziskanerkloster zu Stockerau.   

Während des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Gemeindegebiet Probebohrungen nach Erdöl vorgenommen, die 1944 wegen des Vormarsches der Roten Armee eingestellt wurden. Eine ölführende Schicht wurde in einer Tiefe von 900 m angebohrt.

In der Folge des Strukturverbesserungsgesetzes erfolgten Gemeindezusammenlegungen: 1970 wurde Niederhollabrunn mit Haselbach zusammengelegt, 1971 dann mit Streitdorf, Bruderndorf und Niederfellabrunn. Durch die Zusammenlegung mit Niederfellabrunn ging dessen Marktrecht an die neu entstandene Großgemeinde über. Niederfellabrunn hatte bereits 1393 das Marktrecht erhalten. Es wurde in den Jahren 1531, 1714, 1775, 1786 und letztmals 1794 erneuert. Mit Bescheid vom 18. Juni 1985 verlieh die NÖ Landesregierung das Marktwappen: „In einem blauen Schild ein auf grünem Schildfuß stehender runder, gequaderter, silberner Brunnen mit schwarzem Bügel und goldenem Schaff, begleitet von zwei silbernen Laubbäumen.” Als Gemeindefarben wurden „Blau-Weiß-Grün” genehmigt.