Riegersburg


Gemeinde Hardegg

Ortsgeschichte

Schloss Riegersburg, der ehemalige Landsitz des Fürsten Johann Joseph Khevenhüller-Metsch, ist eines der eindrucksvollsten Barockschlösser Österreichs. Es entstand anstelle einer mittelalterlichen Burg, die 1427 als Lehen der Hardegger genannt wird. Diese bzw. ihre Gefolgsleute waren seit dem 13. Jahrhundert im Besitz von "Riegersburg", dessen Name erstmals 1212 urkundlich erwähnt wird.

Im 15. Jahrhundert gelangte die Burg an die Herren von Eitzing (1441), später an die Prueschenk. Ende des Jahrhunderts erfolgte ein erster Umbau der mittelalterlichen Anlage, 1582 ein neuerlicher Umbau unter Graf Siegmund von Hardegg. Seit 1568 in ihrem Besitz, ließ er die Festung zu einem kastellartigen Wasserschloss umbauen. Im 17. Jahrhundert wurde der Bau durch einen Brand beschädigt (1607) und auf Grund der Verschuldung der Hardegger 1656 an die Reichsgrafen von St.Julien-Wallsee verkauft.1730 erwarb Sigismund Friedrich Reichsgraf von Khevenhüller, von 1711 bis 1742 Statthalter von Niederösterreich, das verfallene und unbewohnbare Schloss, das er ab 1735 nach den Plänen von Franz Anton Pilgram, einem Schüler von Lukas von Hildebrandt, umgestalten und erweitern ließ. Sein Sohn Johann Joseph war Obersthofmeister von Maria Theresia und erhielt 1751 nach seiner Heirat mit der Tochter des Reichsvizekanzlers Adolf Graf Metsch die Erlaubnis, Namen und Wappen der Grafen von Metsch zu führen. 1763 wurde er in den Reichsfürstenstand erhoben. Der Neubau des Schlosses wurde erst in den 70er-Jahren des 18. Jahrhunderts vollendet.

Das Barockschloss wurde 1945 im Zuge der Besatzung stark beschädigt und ab 1958 wieder restauriert. Heute ist es im Besitz der Grafen Pilati GmbH und ist als Museum zugänglich. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die vollständig eingerichteten Prunkräume mit dem Interieur aus dem 18. und 19. Jahrhundert, eine historische Herrschaftsküche sowie - als besondere Kuriosität - der älteste Hundefriedhof des mährisch-böhmisch-österreichischen Raumes.