Weinzierl


Gemeinde Wieselburg-Land

Ortsgeschichte

Weinzierl, Hauptort der 1967 gebildeten Gemeinde Wieselburg-Land, wird bereits im frühen 11. Jahrhundert erwähnt. Vor 1030 erscheint anlässlich einer Schenkung an das Kloster St. Emmeran in Regensburg ein Hof zu Vvinzurilun. Im 14. Jahrhundert gelangte Weinzierl in den Besitz der Schaunberger und dann der Wallseer. Der schaunbergische Lehensträger Wulfing der Hager nannte sich 1363 nach Weinzierl, sodass spätestens seit dieser Zeit hier ein Adelssitz anzunehmen ist.

Das heutige Schloss geht im Kern auf die Erweiterung der mittelalterlichen Burg unter Johann Linsmayer Ende des 16. Jahrhunderts (1587/1586) zurück. Im 18. Jahrhundert wurde der vierflügelige Bau mit seinen Ecktürmen unter den Weber von Fürnberg, bis 1796 Schlossherren von Weinzierl, barockisiert (1741) und war eine der Wirkungsstätten des jungen Joseph Haydn. Zwischen 1755 und 1759 verbrachte er hier mehrere Sommer und komponierte etliche Streichquartette. Die nach ihm benannte "Haydn-Schule", die Musikschule der Stadt Wieselburg, war ursprünglich ein von den Weber von Fürnberg gestiftetes Siechenhaus.

Seit 1796 in kaiserlichem Besitz, diente das Schloss bis 1883 auch als Sommersitz der kaiserlichen Familie, danach überließ es Kaiser Franz Joseph als Jugendasyl der Gemeinde Wien. 1934 wurde das in Mödling 1869 gegründete Francisco-Josephinum, die älteste und größte landwirtschaftliche Lehranstalt in Österreich, nach Schloss Weinzierl verlegt.

Seit 1985 ist Weinzierl Sitz der Gemeindeverwaltung von Wieselburg-Land. Gleichzeitig mit der Verleihung des Gemeindewappens wurde 1985 das neu erbaute Amtshaus feierlich eröffnet.