Ortsgeschichte
Am Ostrand des Kreuttales erstreckt sich das ehemalige Breitangerdorf Unterolberndorf, das „Tor zum Kreuttal“, durch das sich der Rußbach schlängelt.
In den ältesten urkundlichen Nennungen erscheint der Ort als Passauer Besitz. Seit etwa 1162 traten Adelige auf, die sich de Adelberndorf nannten. Alberndorfer finden sich seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert. Der adelige Ansitz ist abgekommen und nicht mehr lokalisierbar. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts findet sich bereits die Bezeichnung Nyder-Alberndorf. Im 19. Jahrhundert gelangte der Ort zunächst in den Besitz der landesfürstlichen Herrschaft Stockerau und ab 1824 in den der Herrschaft Ulrichskirchen.
Zu Zeiten Schweickhardts bestand der Ort aus 53 Häusern, in denen 73 Familien lebten (142 männliche, 158 weibliche Personen und 49 Schulkinder). Der Viehstand belief sich auf 9 Pferde, 64 Kühe, 42 Schafe, 5 Ziegen und 63 Schweinen. Als Handwerker waren 1 Schuster, 1 Schneider und 1 Schmied tätig.
Erst ab 1747 wurden in Unterolberndorf, das in Ulrichskirchen eingepfarrt war, regelmäßig Messen gelesen. 1802 wurde aus dem Benefiziat eine landesfürstliche Patronatspfarre. Die heutige Pfarrkirche wurde 1866–1868 in romanisch-historistischen Formen erbaut. Das Hochaltarbild und das Fresko in der Apsiskalotte zeigen den Kirchenpatron, den hl. Leonhard. Anlässlich seines Festes am 6. November findet jährlich eine Pferde- und Tiersegnung statt.
Im Zuge der angestrebten Gemeindestrukturverbesserung schlossen sich 1967 die Katastralgemeinden Hauzendorf, Hornsburg und Unterolberndorf zur Gemeinde Kreuttal zusammen. Die für die gesamte Gemeinde zuständige Verwaltung hatte von nun an ihren Sitz in Hautzendorf. Am 2. Mai 1972 wurde der Gemeinde ein Wappen verliehen: In einem von blau auf Gold gespaltenen Schild, dessen vordere Hälfte mit einer goldenen Ähre, dessen hintere Hälfte mit einer naturfarbenen grünen Weinränke mit blauer Traube belegt ist. Im Schildeshaupt eine gestürzte silberne Spitze mit drei goldenen Sternen, zwei zu eins gestellt.
Im Juni 1985 wurde Unterolberndorf für einige Tage ein Zentrum der Weltpolitik: Im Gasthof trafen sich die Vertreter des ugandischen National Resistance Movement, um den Sturz des amtierenden Präsidenten Milton Obote zu planen. Sie formulierten das Unterolberndorf Manifesto, ein 10-Punke-Programm, auf dem die seit 1995 geltende Verfassung Ugandas beruht. Seit 2010 erinnert ein Denkmal auf dem Hauptplatz an dieses Ereignis.