Allhartsberg


Gemeinde Allhartsberg

Ortsgeschichte

Südwestlich von Amstetten in den Ausläufern des Sonntagberger Rückens liegt die Gemeinde Allhartsberg. Der Markt selbst erhebt sich markant auf einem Hügel östlich der Ybbs.

Eine frühe Besiedlung der Region belegen Funde einer Abschnittsbefestigung aus der Frühbronzezeit (2300–1600 v. Chr.). Urkundlich fassbar wird die Ansiedlung – Adelhartesperge – in einer Urkunde des Jahres 1116: Bischof Ulrich von Passau übergab mit dieser dem Kloster Seitenstetten die Pfarre Aschbach mit ihren Tochterkirchen; eine davon war Allhartsberg.

Die Entwicklung des Marktes dürfte bereits im 10. Jahrhundert eingesetzt haben. Ab 1122 setzt die Überlieferung ritterlichen Adels in Verbindung mit dem Ort ein: Der erste tradierte Namen gehört einem Engilbolt de Adelhardesberger. In den Jahrzehnten danach erschienen mehrere Personen mit dem Beinamen „von Allhartsberg“. Wo deren Burg einstmals stand, lässt sich nicht mehr feststellen. Ab 1256 waren die Preuhaven von Steyr Burgherren in Allhartsberg; 1339 gingen Burg und Ort im Tauschweg an die Landesfürsten und blieben bis 1666 in deren Besitz. Dann gelangten sie in das Eigentum der Grafen von Lamberg.

Beim ersten Ansturm der Osmanen 1529 war auch Allhartsberg Ziel eines Angriffs. Teile des Ortes und die Pfarrkirche wurden niedergebrannt. Während des Protestantismus waren evangelische Prediger über einen langen Zeitraum in Allhartsberg tätig.  

Im Ortszentrum liegt auf einer Terrainstufe die der hl. Katharina geweihte Pfarrkirche; die vermutlich im 11. Jahrhundert als Filiale von Aschbach gegründete Kirche kam 1116 in den Besitz des Stiftes Seitenstetten. Die Erhebung zur Pfarre erfolgte vermutlich noch vor 1300. Bis 1783 gehörte zu ihrem Pfarrsprengel auch die Wallfahrtskirche auf dem Sonntagberg. Der Chor entstand im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts, das Langhaus, ein zentralisierender Vierstützenraum zu Anfang des 16. Jahrhunderts. 1677 kam der ursprünglich für die Sonntagberger Wallfahrtskirche geschaffene frühbarocke Hochaltar in die Pfarrkirche.

Wie in der Vergangenheit dominieren bis heute landwirtschaftliche Betriebe die wirtschaftliche Ausrichtung der Region. Seit 1936 verarbeitete die „Ybbstaler Obstverwertung“ in Kröllendorf die Produkte des Obstanbaus. Sie erzeugte zunächst Branntwein, Most und vertrieb Tafelobst. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann man mit der Produktion von Fruchtsaftkonzentraten und stellte hochwertigen Apfelsaft her. 2012 entstand ein Joint Venture von AGRANA Juice Holding GmbH und Ybbstaler Fruit Austria GmbH. Die Produkte wurden von nun an unter „Austria Juice” vertrieben. Der Betrieb verfügt heute über Tochterunternehmen in Deutschland, Polen, Rumänien und Ungarn.