Krumbach


Gemeinde Krumbach

Ortsgeschichte

Die Marktgemeinde Krumbach liegt im südlichen Niederösterreich, im Herzen der Region Bucklige Welt. Schon seit der Steinzeit war die Gegend besiedelt, wie Funde belegen;  Objekte aus der  Bronzezeit und die Spuren der Römerstraße belegen eine Kontinuität der Besiedelung. Ein Steinkreis mit zehn angeordneten Blöcken aus Granitgneis befindet sich am 869 Meter hohen Waldbauernriegel. Er wurde 1988 zum Naturdenkmal gekürt.

Der Ortsname geht auf den >in krummen Windungen verlaufenden Bach< zurück und wird erstmals urkundlich als Chrumpach im Zusammenhang mit der Nennung Kleinadeliger 1182 erwähnt, die sich nach dem Ort nannten. Bereits im 8. Jahrhundert gründete der Bayernherzog das Kloster Niederalteich und schenkte diesem Gebiete um Krumbach. Zwischen 824 und 850 wurden vermutlich die ehemalige Wehrkirche St. Stephan und eine Mönchszelle errichtet. Das Niederalteicher Kloster gab um 850 die Krumbacher Besitzungen an das von ihm gegründete Kloster Kremsmünster weiter, zehn Jahre später ging es an das salzburgische Kloster Mattsee. Zwischen 877 und 907 unterstand es dem Kloster in Altötting.

In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts besiedelte Graf Eckbert II. von Formbach-Neuburg das Wechselgebiet. Seine ihm folgenden Dienstleute wohnten u. a. auf Krumbach. Als erster Sitz muss allerdings eine Befestigung auf dem sogenannten „Schmelzriegel“ gesehen werden und nicht die heutige Burganlage. Diese wurde erst nach Zerstörung der alten Anlage (Mitte des 13. Jahrhunderts), nach einer Auseinandersetzung mit den Babenbergern, errichtet und eine Burgkapelle geweiht.

1394 vermachte der letzte Krumbacher die Herrschaft den Herren von Puchheim, die als steirisch-landesfürstliches Lehen 1462 auch das Landgericht mit Stock und Galgen erwarben. 1629 gingen Herrschaft und Besitz an Ferdinand Geyer und 1686 schließlich an den ungarischen Magnaten Nikolaus Palffy-Erdöd über.

Eine Besiedelung des Gemeindegebietes dürfte bereits im 14. Jahrhundert eingesetzt haben. „Das 1504 angelegte Urbar der Herrschaft Krumbach verzeichnet bereits 44 Gehöfte. Krumbach selbst wird 1565 erstmals als Markt bezeichnet.

Beim Türkeneinfall von 1683 konnte das Schloss Krumbach gehalten werden, die Bauernhöfe wurden allerdings geplündert und eingeäschert. Wenige Jahre später griffen die Kuruzzen die Siedlung an; die Einwohner flüchteten in die Wehrkirche und verschanzten sich dort. Noch heute sind die Axthiebe der Angreifer auf der Seiten- und der Sakristeitür  zu sehen. Bald danach raffte die Pest viele Krumbacher hin. 1831 brach die Cholera  auch in Krumbach aus.

1817 ließ Fürst Josef Pálffy von Erdöd die Straße Edlitz – Krumbach – Kirchschlag mit großem Kostenaufwand erbauen. Nach der Aufhebung der Leibeigenschaft 1848, verkaufte die Familie Pálffy ihre Besitzungen in Krumbach und Kirchschlag 1875 an den Wiener Neustädter Rechtsanwalt Dr. Anton Riehl.

Der Markt bildete ab sofort eine kommunale Einheit und umfasste damals bereits 1.966 Einwohner. In Kirchschlag wurde statt der herrschaftlichen Gerichtsbarkeit ein Bezirksgericht errichtet. Der herrschaftliche Besitz wechselte im Laufe der Jahre mehrmals die Besitzer; das Schloss gelangte schließlich in Privatbesitz. Seit 1992 befindet sich darin ein Hotel.

In den Jahren 1902 bis 1904 wirkte in Krumbach der berühmte österreichische Komponist und Musiktheoretiker Josef Matthias Hauer.

Die auf der Strecke Kirchschlag – Grimmenstein verkehrende Postkutsche wurde 1914 durch den Postautobus abgelöst.

In den Jahren 1975 bis 1977 wurde das ehemalige Bürgerspital, welches Erasmus von Puchheim 1571 für sechs Männer und sechs Frauen als Stiftung hinterließ und das bis 1910 bestand, zum Heimatmuseum umgestaltet. Die Räume enthalten alte Waffen, Arbeits- und Haushaltsgeräte, ortsgeschichtliche Dokumente, Modelle der Krumbacher Burg und Pfarrkirche und Arbeiten des im Jahre 1964 verstorbenen Othmar Zaoralek (Ölbilder und Aquarelle) etc. 1993/94 wurde das Museum um den Veranstaltungsstadel erweitert und eine alte Wohnung des Bürgerspitals als Ausstellungsraum adaptiert. Mit der Mühle und weiteren Gebäuden zählt das „Museumsdorf Krumbach“ als beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt.

Das Gemeindewappen zeigt einen im roten Schild aufsteigenden rechtsgewendeten silbernen Löwen mit einer Kette um den Hals. Dieses Wappen führt die Gemeinde seit 1957, als Vorlage diente das Siegel der Herren von Krumbach aus 1291.