Laa an der Thaya


Gemeinde Laa an der Thaya

Ortsgeschichte

Die Grenzstadt Laa an der Thaya, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Tschechien gelegen, positionierte sich seit dem Fall des Eisernen Vorhanges verstärkt als regional bedeutender Wirtschaftsstandort. Mit der Eröffnung einer Therme im Jahr 2002 erhöhte sich die Attraktivität des Ortes als Tourismusziel. Infolge der Inbetriebnahme einer elektrifizierten Schnellbahn 2006 verbesserte sich die Erreichbarkeit der Thermenstadt auch von der Bundeshauptstadt aus.

Die Siedlungsgeschichte Laa an der Thayas reicht bis in das Neolithikum zurück. Später waren Germanen in der Region ansässig, ein ausgedehnter Siedlungsbereich entstand. Ein Passauer Urbar aus 1250/60 enthält den Verweis auf die erste urkundliche Erwähnung Laa an der Thayas 1150 als "La". Hinsichtlich der Bedeutung des Ortsnamens besteht ein Zusammenhang mit dem mittelhochdeutschen Wort für Lache, Sumpf, Sumpfwiese "lâ", demnach handelt es sich bei Laa an der Thaya um einen Ort, der sich bei einer sumpfigen Niederung, der Thaya, befindet.

Nordwestlich der Weinviertler Klippenzone und im Mündungsbereich der Pulkau in die Thaya gelegen, befindet sich Laa in verkehrsgünstiger Lage und bildet den Ausgangspunkt für wichtige Straßenverbindungen in alle Richtungen. Bis ins 15. Jahrhundert führte an der Stadt ein Kornhandelsweg vorbei, die wirtschaftliche Blüte Laa an der Thayas im 13. und 14. Jahrhundert ist auch im Zusammenhang mit dieser wichtigen Handelsroute zwischen Korneuburg und Mähren zu sehen. Nachweislich seit dem 15. Jahrhundert, vermutlich aber schon früher, wurde in Laa Markt gehalten. Die Tradition von Jahr- und Wochenmärkten wurde zwar im 18./19. Jahrhundert unterbrochen, lebte aber aufgrund des Engagements von Bürgermeister Simon Scheiner 1832 wieder auf. Gegenwärtig werden noch vier Jahrmärkte veranstaltet, zudem gibt es jeden Donnerstag einen Ferkelmarkt und samstags einen Wochenmarkt. Das Umland von Laa an der Thaya ist seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägt. Den Haupterwerbszweck der Bevölkerung insbesondere in den eingemeindeten Orten bildet auch heute noch der Ackerbau, neben Weizen, Gerste und Zuckerrüben wird vor allem Feldgemüse angebaut. Durch die Regulierung der Thaya und Sumpftrockenlegungen kam es seit dem 19. Jahrhundert zur Erweiterung der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Das Stadtrecht wurde Laa an der Thaya bereits im 13. Jahrhundert durch Herzog Leopold VI. verliehen. Nach dem Verlust sämtlicher Originalurkunden während des 30jährigen Krieges, wurden alle der Stadt bislang verliehenen Rechte und Freiheiten durch Kaiser Ferdinand II. in der Pancarta vom 23. September 1627 erneuert. Im 13. Jahrhundert wurde die Stadtherrschaft von einzelnen Burggrafengeschlechtern ausgeübt, seit dieser Zeit war die landesfürstliche Stadt samt Stadtherrschaft häufig verpfändet.

Um 1200 kam es zur Übertragung der Pfarrrechte von Fallbach nach Laa an der Thaya, zwischen ca. 1240 und 1300 wurde die Pfarrkirche St. Veit errichtet. Laa entwickelte sich zu einer großen, reich dotierten Pfarre, deren Pfründe meist bedeutende Personen erhielten, etwa der Notar Friedrichs des Schönen, Heinrich, oder der erste Rektor der Universität Wien, Albertus de Saxonia.

Seit etwa 1560 und insbesondere zwischen 1575 und 1590 breitete sich die reformatorische Lehre in Laa an der Thaya aus. 1592 kam der für die Rekatholisierung Niederösterreichs zuständige Melchior Klesl persönlich in die Stadt und leitete eine Reformbewegung ein. Im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts lebten keine Protestanten mehr in der Stadt.

Im Laufe seiner Geschichte wurde Laa an der Thaya mehrmals erobert und besetzt, auch bedingt durch seine strategisch günstige Lage: zu den Eroberern zählen König Ottokar von Böhmen (1278), Matthias Corvinus (1482), schwedische (1645) und französische (1809) Truppen. 1945 marschierte die Rote Armee in Laa an der Thaya ein.

Heute verbinden Laa an der Thaya Städtepartnerschaften mit Garching an der Alz (Deutschland), Swietochlowice (Polen) und Brünn (Tschechien).